Karneval – Spaß mit Tradition

Wer sich im Februar die Faschungsumzüge anschaut, wird oft nicht wissen, dass der Karneval eine mehrere tausend Jahre alte Tradition hat. Denn die ersten Vorläufer gab es vor 5000 Jahren in Mesopotamien, wo ein wochenlanges rauschendes Fest gefeiert wurde, an dem jeder teilnehmen konnte, gleich aus welcher Klasse. Auch in anderen Kulturen fand man immer wieder solche Feste auch die Römer feierten im Frühling ein Gelage, dass für jedermann offen war. Es gibt auch Theorien, dass Ursprünge des Karnevals in germanischen Riten zu finden waren, mit denen man den Winter austreiben wollte. Zeugen dafür sind wohl vor allem die Masken der alemannischen Fastnacht.

Der Begriff des Karnevals kommt wohl von den Festen selbst. Es ist nicht letztlich geklärt, könnte aber die lateinische Bezeichnung für Schiffswagen sein, das also, was wir heute bei Umzügen sehen. Es gibt heute auch unterschiedliche Bezeichnungen für die gleiche Tradition. ebenfalls verwendet werden Fasching und Fastnacht, je nachdem in welcher Region man sich befindet. Beide Wörter beziehen sich auf die Fastenzeit, die nach den Faschingstagen beginnt. Insofern ist der Karneval eng an die katholische Religion gebunden, ohne aber wirklich Teil von ihre gewesen zu sein. Erste Zeugnisse des Karnevals unserer Zeit gibt es schon aus dem Jahre 1206, als Frauen um die Burg zogen und mit Blumen geworfen haben – manche sagen, dies sei der Vorläufer des heutigen Konfettis. Aus dem Mittelalter sind mehrere Quellen bekannt, die Faschings-ähnliche Feste und Umzüge beschreiben.

Nach der Reformation wurde es vor allem in den nicht-katholischen Regionen etwas ruhiger, weil man hier die Fastenzeit ablehnte. Im 19. Jahrhundert nahm sich das Bürgertum in den Städten der Tradition wieder an und begann Karnevalsumzüge und später auch Prunksitzungen zu organisieren. Der bekannte Ruf “Kölle Alaaf” stammt wohl aus dem Jahr 1804 und wurde zu Ehren des Besuchs des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in Köln geschaffen, hielt sich dann aber später als Ausdruck lokaler Fastnachtsbegeisterung.

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